#99 Sibylle Mania – Durchlichtfotografie

 

Metropole auf Nepalpapier

 

Unterwegs bin ich mit schwerer Kameratechnik und belichte Rollfilme für 6x7cm Negative.
Auf der Suche nach Orten, die ein kulturgeschichtliches Zeugnis bewahren. Wieviel Bildinformation reicht aus, um diese Botschaft zu transportieren? Die handgeschöpften Papiere aus Nepal beschichte ich im Dunkeln mit silvergelatine und verwende sie wie Barytpapier. Nach anschließender Trocknung und Auswahl, werden die archiv- und lichtbeständigen Fotografien zwischen zwei Glasscheiben gepresst in einen Steinsockel gesteckt und jedem Lichteinfall rahmenlos preisgegeben.
Die täglichen Verwandlungen scheinen überraschend. Das Bild existiert in den Blattfasern und nicht auf dem Papier. Die schwarzen Silberumschläge der Gelatine ergeben eine fast räumliche Wirkung. Das Bild im Material strahlt in den Raum. Die Eigenwilligkeit der Fasern gibt einen geprägten Kosmos vor. Im Kontrast dazu steht das ausgewählte Negativ: ein statisch fest gemeintes Bild, wie das Colosseum oder der Blick von den twins in die Häuserschluchten NYCs.

> Essay von Jan Volker Röhnert

Biografie

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Sibylle_Mania