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Gute Wünsche

Fotografie

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© VK/echtphoto

Jeanloup Sieff
Französischer Fotograf 1933-2000

“Fotografie ist die Trauer über die vergängliche Zeit und das Bedürfnis, einige Augenblicke festzuhalten – es gibt formale Emotionen, hervorgerufen durch Licht oder Form, sentimentale oder sensuelle,die durch Menschen ausgelöst werden, und rein intellektuelle.
Die Fotografie kann sie vereinen und daraus neue schaffen …

Fotografie ist unlösbar mit der Zeit verknüpft, die sie festhält, mit der Zeit, die zwischen den Fingern,zwischen den Augenblicken zerrinnt, mit der Zeit der Dinge und Menschen,des Lichts und der Gefühle.
Die Zeit wird nie mehr das sein, was sie war.”

Barbara Klemm

Barbara Klemm
Barbara Klemm Retrospektive im Martin Gropius Bau

Barbara Klemm steht für fast 50 Jahre deutschen Fotojournalismus. Über diesen Zeitraum  kommt einiges zusammen.  Die zweite Etage des Gropiusbaus wurde für dieses Lebenswerk freigeräumt.
Das Überzeugendste sind die Tiefdruckdruckbeilagen der FAZ. Hier funktionieren ihre  Bilder in dem Medium für welches sie geschaffen wurden. Es sind auch die technisch besseren Abzüge.
Natürlich beeindruckt zum einen die schiere Menge an Aufnahmen als auch die zeitgeschichtlichen Momente die Frau Klemm in starke Bilder gefasst hat. Aber hier liegt auch das Problem. Nicht jeder Abzug, der sich dann gerahmt im Passportout an den Wänden ausstellt, ist notwendig. Die unstrittige Qualität einzelner Aufnahmen  wird durch die  Menge an durchschnittlichem Bildern und die Wiederholungen verdünnt.
Die Ausstellung funktioniert im Katolog besser als an den Wänden.

Die Ausstellung „Barbara Klemm. Fotografien 1968 – 2013“
ist vom 16. November bis zum 9. März (Mi–Mo 10–19 Uhr)
im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen.

Fotografie nach der Fotografie

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Keith Cottingham “o.T.” 1992

aus: telepolis
Fotografie nach der Fotografie
http://www.heise.de/tp/artikel/3/3002/1.html

“Die Serie Fotografie nach der Fotografie läßt Bilder sprechen, bietet Interaktionsmöglichkeiten an, wirft aber auch grundsätzliche Fragen auf: Ist ein Bild, das mittels Computer und elektronischer Technologie zustande kam, radikal von einem Bild verschieden, das von einem Objektiv aufgenommen und auf einen Film projiziert wurde? Zwingt uns die digitale Bildverarbeitung, so fundamentale Konzepte wie Realismus oder Repräsentation zu überdenken? Ist der referentielle Charakter der Fotografie aufgehoben, wenn der Computer nicht nur als digitales Fotolabor verwendet wird, sondern auch dazu dient, fotografische Bilder zu simulieren?”

“Fotografie im digitalen Zeitalter ist oft nicht das, was sie zu sein scheint: die Behauptung einer Realität, die auch außerhalb des Bildes eine Existenz hat. Vielmehr gaukeln uns die Bilder eine Wirklichkeit vor, die nur eine Wirklichkeit der Bilder ist.”

Das optische Zeitalter

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© VK/echtphoto

Karl Pawek: Das optische Zeitalter.

„Der Künstler erschafft die Wirklichkeit, der Fotograf sieht sie.“

(Dazu eine Rezension aus: Der Spiegel 25.09.1963)

Mit einem unproportionierten Aufwand theologisch-philosophischer Argumente entwirft der Wiener Katholik und Ex -Chefredakteur der Edelillustrierten “Magnum” eine wunderliche Theorie der modernen Lichtbildnerei: Nach Pawek ist die zeitgenössische Reportage-Photographie (“das Life-Bild”) ein der modernen Malerei überlegenes “epochales” Erkenntnismittel, der Photoapparat das “Organ der neuen Weltanschauung”, die nicht mehr vom “Bloß-Gedachten” und von Intellektuellen, sondern von “Ereignissen” und Photographen geprägt wird. Paweks Verschleiß großer Worte steht in umgekehrtem Verhältnis zur Stichhaltigkeit seines verschwärmten Bilderglaubens. (Walter-Verlag, Olten;336 Seiten; 9,80 Mark.)

So ein toller Verriss!