Kunst, Begehren und Pädophilie

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© Harumi Klossowski de Rola

Die Zeit Nr.50/2013

Die Bilder des Begehrens

Nun hat die Kunst ihre Pädophiliedebatte:
Soll man lüsterne Fotos wie die von Balthus wirklich zeigen?
von Hanno Rautenberg

“…Bislang geht in der Debatte um die Maler und den Kindesmissbrauch vieles durcheinander, das man nach Kräften auseinanderhalten sollte. Erstens die Frage: Was darf der Künstler? Er darf alles denken, alles zeigen, solange es allein auf seine Fantasie zurückgeht. Zweite Frage: Was passiert, wenn er zum Verbrecher wird? Wenn er nicht nur im Raum der Kunst, sondern auch in der Wirklichkeit die geltenden Gesetze und Regeln verletzt? Dann muss er sich vor Gericht verantworten. Drittens: Was bedeutet das für seine Kunst? Erst einmal gar nichts, denn die Bilder sind ja immer noch dieselben. Sie dürfen weiterhin das Recht auf Kunstfreiheit beanspruchen. Wie aber werden sie – viertens – nun angesehen? Wenn ein Künstler die Motive seiner Kunst nicht klar abgrenzt von seinen Taten in der Realwelt, kann er kaum vom Publikum erwarten, das eine vom anderen zu trennen…”

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Knüpft für mich an den Essay von Karin Pelzer “Wahrheit und Inszenierung…” an

Was darf Kunst?
Wieso schockiert eine Fotografie mehr als ein Gemälde?
Unterschiedlicher Wirklichkeitsbezug?
Privatheit und Entblößung