Glau

kp-gl-08

 

aus der Serie: meine einsamen Orte.

Karin Pelzer, 2011

Ganz ungeplant entdeckte ich den Ort Glau an einem herbstlichen Sonntag. Zuerst vernahm ich die Kraniche über mir in Erahnung, dass hinter den kleinen Erhebungen in der ansonst flachen Landschaft mich etwas erwartet.

Eine Ansammlung von Häusern aus allen Epochen, bewohnt, leerstehend, eine kleine Infrastruktur aus Bioladen, Bestattungsinstitut, Getränkeladen und keine Menschen.

Danach fuhr ich sehr oft hierher, angezogen von der Ruhe und Verschlafenheit, allein, später mit ausgewählter Begleitung, mit Rad oder wandernd, Sommer wie Winter.

Glau wurde, was man heute Kommune nennen würde, von dem Heilkundler Jospeh Weissenberg in den 20ern gegründet, Berliner zogen zusammen und lebten nach religösen Gedanken, die sehr stark sozial geprägt waren. 1935 wurde das Gelände beschlagnahmt und als Aussenlager Sachsenhausen eröffnet. Nach dem 2. Weltkrieg besetzte die Rote Armee das Dorf, ein Truppenübungsplatz, der noch lange verseuchte Böden zur Folge hatte. Heute versucht man, den Ort seiner ursprünglichen Idee zurückzuführen und die Landschaft zu renaturieren.

>Bilder