Allgemein

A. Graff

 

Anton Graff  (* 18. November 1736 in Winterthur; † 22. Juni 1813 in Dresden) :

Graff war zu seiner Zeit der beste Bildnismaler im deutschsprachigen Raum und porträtierte die Besten seiner Zeit. Bis heute ist der unverwechselbare lebendige Ausdruck der Bildnisse Graffs überaus ansprechend. Graff konzentrierte sich meist ganz auf das Antlitz, setzte dieses ins Licht und verlieh der Komposition durch sparsame, aber äußerst wirkungsvoll gewählte leuchtende Farbkontraste der Kleidung malerische Delikatesse.

Wir: Wolf Abraham, Erik Braga, Carsten Schulz, Susann Kretzschmar, Karin Pelzer, Bernd Rathjen unter der Leitung von Martin Becker ( www.martin-becker-foto.de) wurden inspiriert durch Anton Graffs  eindrucksvolle Portraits.

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Foto-Buch : Louis Kahn – House of Nation

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Louis Kahn’s National Assembly building in Dhaka, the capital of Bangladesh, is regarded by many as his greatest masterpiece and one of the wonders of modern architecture.Conceived over 50 years ago, it is a building complex that embodies perseverance, vision, and spirituality that go way beyond its architectural importance.As we near the 40th anniversary of Kahn’s passing, this book provides an opportunity to view this great example of Kahn’s work that shaped the vision of many of today’s leading architects.Grischa Rüschendorf’s stunning architectural photos invite you to explore the rarely visited building, and some so far unseen areas, and experience how this timeless masterpiece has stood the test of time.

Bio:

Born in 1969 in Germany, Grischa studied photography in Berlin, where his final year there coincided with the fall of the Berlin Wall in 1989. This drew him eastward and into features photography. In the following years, he documented the changes in Eastern Europe and the ensuing disintegration of the Soviet Union. The newly established Russian Federation then became a central part of his work as a features photographer. In 1997 Grischa moved to Hong Kong where he works as a photographer in the Asia Pacific region specializing in architectural, interior and industrial photography.
His works can be seen at www.rupho.com

Tage wie diese

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Wenn das Jahr endet, versuche ich möglichst dem Berliner Silvesterstress zu entkommen. Dieses Jahr landete ich dort, wo meine Mutter aufwuchs, Gniezno, 1 Stunde Zugfahrt von Posen entfernt. Ganz anders als in der Metropole Poznan ist Gniezno ein Ort, wie ich mir Polen immer vorgestellt habe. Zwischen den Tagen herrschte in beiden Orten diese leise Stimmung von Leere, Melancholie, Stillstand.

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Gute Wünsche

Point-and-Shoot Memories

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© Karin Pelzer/echtphoto

 

Zu dem Thema Vergessen, Schnappschüsse und Fotografie:

Ach, wie schön war das! Den Anblick eines Kunstwerks rufen wir uns gern ins Gedächtnis zurück. Aus diesem Grund versuchen viele Menschen, ihre Erinnerungen mit Fotos zu untermauern: Kamera oder Smartphone sind immer dabei, um schöne Eindrücke gleichsam zu konservieren. Doch eine US-Studie zeigt nun: Fotos machen kann der Bildung detailreicher Erinnerungen im Weg stehen. Probanden, die bei einem Museumsbesuch fotografierten, konnten sich anschließend schlechter an die Ausstellungsstücke und Details ihres Aussehens erinnern als Menschen, die das Museum nur betrachtend erkundet hatten.

„Oft hat man das Gefühl, dass Menschen reflexartig Fotos machen und dabei gar nicht mehr richtig bewusst wahrnehmen, was sie sehen”, sagt Linda Henkel von der Fairfield University im US-Bundesstaat Connecticut. Dieser persönliche Eindruck brachte die Wissenschaftlerin nach eigenen Aussagen auf die Idee, den Zusammenhang einmal systematisch zu untersuchen. Sie wollte herausfinden, in wieweit das Fotografieren die Erinnerungen an das Abgebildete beeinflusst.

Die Auswertungen zeigten: Diejenigen, die fotografiert hatten, konnten sich an weniger Ausstellungsstücke erinnern als die Teilnehmer, die ohne Kamera durchs Museum gelaufen waren. Das -Bilderknipsen hatte offenbar außerdem den Detailblick vernebelt: Die mit der Kamera bewaffenten Probanden konnten vergleichsweise wenige Fragen über visuelle Details der Objekte beantworten. „Es kann ein Trugschluss sein zu glauben, fotografieren würde uns beim Erinnern unterstützen”, interpretiert Henkel das Ergebnis.

Doch offenbar ist der Effekt abhängig davon, wie detailliert man sich mit dem Fotoobjekt befasst, zeigte ein weiterer Versuch. Dabei wurden Probanden gebeten, ein bestimmtes Detail eines Kunstwerkes mit der Kamera durch den Zoom zu erfassen und zu fotografieren. Anschließende Befragungen ergaben, dass die Probanden nun nicht nur das jeweilige Detail genauso gut beschreiben konnten wie die Betrachter-Probanden, sondern auch das ganze Kunstwerk. Offenbar hatte die Aufforderung zum Detailblick die Aufnahmefähigkeit insgesamt erhöht. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Wahrnehmung durch Fotografieren insgesamt verändert wird.

aus: psychologienachrichten.de/?p=4226

mehr zur Untersuchung: pss.sagepub.com/content/early/2013/12/04/0956797613504438.abstract

 

Kids ganz analog

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Hopfenranke © Lia/ KW Rudolstadt

10 Schwarzweißfilme und 10 junge Leute zwischen 13 und 19 kommen einander näher.
Die Kunstwerkstatt Rudolstadt wird Fotoatelier, Dunkelkammer und Diskussionsraum. Jeder hält einen Film in der Hand, bekommt Empfindlichkeit, Blende und Zeit erklärt. Alte Kameras werden hervorgekramt, ein Thema gesucht und los gehts.

Zum Schluss, Frage an die Akteure:
Ihr habt jetzt auf Film fotografiert. Ihn dann entwickelt und Abzüge hergestellt, Was unterscheidet eure Bilder von den normalen digitalen?

Naja, das Schwarzweiß!

Es sieht so nach Vergangenheit aus.

Es sieht irgendwie unheimlich aus.

Man muss beim Fotografieren mehr bei sich sein.

Man muss sich vorstellen, wie das Bild aussehen könnte. Man sieht es ja nicht gleich.

Es hat sowas von einer Überraschung.

Man nimmt sich viel mehr Zeit.

Heute, 17.12.2013, habe ich eine Antwort von Barbara Klemm im Tagesspiegel zum Thema “Fotografieren mit Film” gefunden:

„Und ein paar Verrückte wird es immer geben, die wie ich analog fotografieren. Man bekommt ja das Material noch, es ist nur dreimal so teuer geworden.“ Etwas bedauert sie die Fotografen, die auf den Displays jetzt immer gleich sehen, was sie gemacht haben. Das Geheimnis ist weg, der Augenblick, in dem in der Dunkelkammer aus einer beschichteten Folie, dem Negativ, ein Bild wird. Er macht glücklich, dieser Moment. Warum sollte sie auf ihn verzichten.”

http://www.berliner-zeitung.de/politik/retrospektive-barbara-klemm–endlich-mal-eine-frau-,10808018,25015444.html

Instagram – Digitale Emotion

Zwischen M. und K.
© VK/echtphoto

Während ich mir den Kopf zerbreche, ob man digitalen Bildern künstliche Polaroidemotionen beimischen darf beantwortet im aktuellen Zeitmagazin Kevin Systrom, der Erfinder von Instagram, sein Konzept der gefilterten Wirklichkeit. Auf unserem Dauerthema “Authentizität” reite ich jetzt mal nicht rum.

“Alle Bilder, die wir kennen, gehen auf die eine oder andere Art durch einen Prozess der Nachbearbeitung”, sagt Systrom. “Mit unseren digitalen Filtern gehen wir nur einen Schritt weiter.” Weiter heißt auch: weiter weg von der Wirklichkeit. Aber ist die Wirklichkeit, das Unperfekte, nicht auch schön? “Das Unperfekte kann wunderschön sein”, sagt Systrom. “In Japan sagt man ja, dass die schönsten Dinge der Welt die unperfekten sind. Wir haben mit Instagram das Unperfekte umarmt. Es geht uns gar nicht darum, alle Farben akkurat darzustellen. Es geht um die Darstellung des Gefühls, das du in dem Moment gehabt hast, als du fotografiert hast.” Die Instagram-Nutzer erzählen ihr Leben in Bildern, die zeigen, wie sie es sehen wollen, nicht unbedingt, wie es ist.

> zum Artikel “Der Herr der Filter”

Seiichi Furuya

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© Seiichi Furuya

 

1978-1985 fotografierte Seiichi Furuya seine Frau fast täglich. Schon damals war er sich der Unausweichlichkeit dieses Projekt bewusst: ” ich habe in ihr eine Frau, die an mir vorbeigeht, manchmal ein Model, manchmal die Frau, die ich liebe, manchmal die Frau, die zu mir gehört, gesehen. Ich fühle mich verpflichtet, die Frau, die für mich verschiedene Bedeutungen hat, dauernd zu fotografieren…wenn ich mir überlege, dass Fotografieren das Fixieren von Zeit und Raum bedeutet, dann ist diese Arbeit, das Leben eines Menschen zu dokumentieren, für mich sehr spannend. Dadurch, dass ich sie sehe, sie fotografiere, sie im Bild anschaue, finde ich mich selbst.”

Nach langer Krankheit sprang sie 85 aus dem 9. Stock ihrer Berliner Wohnung. In dem Buch und der Ausstellung MEMOIRES stehen die privaten Bildern den fotografierten Orten gegenüber, in denen das Paar gerade war, Graz, Venedig oder Berlin. Die Portraits von ihr spiegeln alles an Emotionen ab, es gibt kaum eins, auf dem sie nicht direkt in die Kamera blickt, selbst die verstörende Mimik während ihrer Krankheit wirkt nie vorgeführt oder mitleiderregend.

In der aktuellen Ausstellung hängen auch Furuys s/w-Landschaftsaufnahmen seiner Arbeit “Staatsgrenze”.

16.11. 2013 – 18.1. 2014 Seiichi Furuya
I prefer to be on this sideGalerie Thomas Fischer
Potsdamer Straße 77-87, Haus H, 10785 BerlinTue-Sat 11-18h

Wahrheit und /oder Inszenierung in der privaten Fotografie.

Ein Essay über Privatheit in der zeitgenössischen Fotografie . Von Karin Pelzer

 

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(Bild: Privat)

 

Der Magnum-Fotograf Christopher Anderson, bekannt durch seine Fotografien existenzieller Extremsituationen in Kriegs-und Krisengebieten, hat kürzlich die Geschichte der Geburt seines Sohnes und zeitgleiche Krebserkrankung seines Vaters in einem Bildband veröffentlicht. Damit folgt er dem aktuellen Trend, Teile seines privates Lebens zu publizieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Buch von Christopher Anderson erzählt uns (s)eine persönliche Geschichte, die Bilder sind und bleiben jedoch die eines professionellen Fotografen, der das Berührende ins ein vorteilhaftes Licht zu setzen weiß und den nötigen Abstand zu den Themen findet, bestimmte Bilder funktionieren gut.

Diese Form gab es in der Kunstgeschichte schon immer: Sich selbst zu fotografieren, sein nahes Umfeld, und darüber zu schreiben, es hatte in erster Linie den Zweck, sein eignes Leben und seine Innenwelt zu dokumentieren – in erster Linie für sich selbst und nicht für andere.

In den 60ern wurde dann in unbürgerlichen Künstlerkreise begonnen, das Privatleben nach außen zu kehren, die Entprivatisierung als Protest gegen die verlogene Spießigkeit der 50er Jahre.

Heutzutage bekommt das Nachaußenkehren der Privatheit jedoch eine neue Dimension: Nicht nur mit den neuen Medien, permanenter Verfügbarkeit und vielfältigen Kommunikationskanälen wird Privatheit in der Fotografie einer anonymes Masse dargeboten, die kein direktes Feedback mehr anbietet. Die Reaktionen anderer bleiben dem Zurschaustellenden in der Regel verborgen, machen unkontrolliert angreifbar.

Auch bekannte Fotografen und Künstler arbeiten immer häufiger bewusst mit der eigenen intimen Privatheit. Ob die Alzheimererkrankung der Eltern, die Geburt des eigenen Kindes, die Krebserkrankung der besten Freundin – immer wieder und immer öfter finden sich diese Themen in der aktuellen Fotografie.  Und doch scheint es immer mehr so, als wenn diese Lebenswelten vielleicht gar nicht das reale Leben spiegeln, sondern einfach nur als Trend erkannt werden. Nicht jedes Leben und jede Geschichte im privaten Bereich ist interessant genug, um zu interessieren. Wird da nicht dann vielleicht doch etwas nachgeholfen im Wahrheitsgehalt? Und was ist, wenn der Fotograf letztendlich doch nur seine Wunschvorstellung uns anbietet, die aber wenig mit dem Abbild seines eigentlichen Lebens zu tun haben? Und wenn sein Leben, so wie es ist, überall zu sehen ist. Ist es nicht sogar sinnvoll, sich schützend davorzustellen: aber das ist doch Kunst (und nicht real)?! Eben, weil die Verbreitung der Bilder so immens ist. In der Kunst ist alles erlaubt, aber nicht bei der Google-Bildersuche, dies zu trennen ist kaum möglich.  Da wurden die Verkehrblitzbilder eines Freundes, die als Kunstwerk zusammengesammelt im Internet zu sehen waren, mit der Bemerkung “Du fährst wohl öfter gern mal zu schnell” kommentiert. Und dies ist noch gar nichts gegen die Gedankenwelt der zukünftig neue Freundin, die Ihre Vorgängerin in allen Lebenslagen nackt nachverfolgen kann…

Also, wenn wir alles der Kunst zuschieben, können wir sagen, es ist alles Inszenierung und distanzieren uns gleich wieder. Und wenn es aber echt ist. Und wenn echt inszeniert ist?

Die Kuratorin Martina Weinhart hält privates Zurschaustellen in der Öffentlichkeit und Authentizität fast schon für einen Widerspruch an sich: „Privatheit ist immer auch inszeniert. Jedes Bild ist inszeniert. Es gibt nicht das Bild, das zufällig vom Himmel fällt. Privatheit ist immer eine Konstruktion. Das war schon in den 60er Jahren so, bei Andy Warhol.“ (Quelle: http://www.dw.de/was-ist-privat-und-was-macht-die-kunst-daraus/a-16351363)

Für den norwegische Schriftsteller Karl Ove Knausgard, der sein Leben, Familie und Freunde in einer radikalen Subjektivität und Umfassenheit beschreibt, war dies immer der Weg, sein Leben in seiner Banalität und Fremdbestimmtheit zu seinem eigenen zu machen.  Auf die Fotografie bezogen: das Leben sich dadurch anzueignen und anderen anzubieten –  wenn das gelingt – unabhängig von Kunstmarktströmungen oder Neue-Medien-Beliebigkeit - ist dies in seiner subjektive Aufrichtigkeit die Größte aller möglichen Wahrheiten.

 

Berlin 27.11.13

Und das Haus leer bleibt

Und das Haus leer bleibt

Ein Fotobuchprojekt von VK
Stille Orte im wildromantischen Schwarzatal in Thüringen. Fabrikhallen die keiner mehr braucht, ein Schlachthof der inzwischen abgerissen ist. Diese verlassenen, vom Menschen geschaffenen und dann aufgegebenen Räume verwandeln sich in Bühnen für Tagträume. Geschichten sind noch zu ahnen. Ein Schattenreich.