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Ausstellung: Rust Never Sleeps

Lac du Bourget

Lac du Bourget

“Im ersten Moment war ich an die monochromen Farbflächen von Mark Rothko erinnert, sah Gemälde von beieindruckender Farbigkeit und keine Fotografien.”

Thomas Schikora zeigt in der studio galerie “neumarkt04″ im thüringischen Rudolstadt seine Serie “Rust Never Sleeps”. Wer sich vorab mit den Arbeiten bekannt machen will, kann ihn als Gast hier auf der echtphoto-Seite begrüßen.

> zu den Bildern

Herzliche Einladung!
Vernissage am 31. 01. 2014 um 19:00 Uhr
studio galerie architektur
neumarkt04
07407 Rudolstadt

Ausstellung vom 03.02.2014-20.03.2014

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Gute Wünsche

Barbara Klemm

Barbara Klemm
Barbara Klemm Retrospektive im Martin Gropius Bau

Barbara Klemm steht für fast 50 Jahre deutschen Fotojournalismus. Über diesen Zeitraum  kommt einiges zusammen.  Die zweite Etage des Gropiusbaus wurde für dieses Lebenswerk freigeräumt.
Das Überzeugendste sind die Tiefdruckdruckbeilagen der FAZ. Hier funktionieren ihre  Bilder in dem Medium für welches sie geschaffen wurden. Es sind auch die technisch besseren Abzüge.
Natürlich beeindruckt zum einen die schiere Menge an Aufnahmen als auch die zeitgeschichtlichen Momente die Frau Klemm in starke Bilder gefasst hat. Aber hier liegt auch das Problem. Nicht jeder Abzug, der sich dann gerahmt im Passportout an den Wänden ausstellt, ist notwendig. Die unstrittige Qualität einzelner Aufnahmen  wird durch die  Menge an durchschnittlichem Bildern und die Wiederholungen verdünnt.
Die Ausstellung funktioniert im Katolog besser als an den Wänden.

Die Ausstellung „Barbara Klemm. Fotografien 1968 – 2013“
ist vom 16. November bis zum 9. März (Mi–Mo 10–19 Uhr)
im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen.

Fotografie nach der Fotografie

keith cottingham
Keith Cottingham “o.T.” 1992

aus: telepolis
Fotografie nach der Fotografie
http://www.heise.de/tp/artikel/3/3002/1.html

“Die Serie Fotografie nach der Fotografie läßt Bilder sprechen, bietet Interaktionsmöglichkeiten an, wirft aber auch grundsätzliche Fragen auf: Ist ein Bild, das mittels Computer und elektronischer Technologie zustande kam, radikal von einem Bild verschieden, das von einem Objektiv aufgenommen und auf einen Film projiziert wurde? Zwingt uns die digitale Bildverarbeitung, so fundamentale Konzepte wie Realismus oder Repräsentation zu überdenken? Ist der referentielle Charakter der Fotografie aufgehoben, wenn der Computer nicht nur als digitales Fotolabor verwendet wird, sondern auch dazu dient, fotografische Bilder zu simulieren?”

“Fotografie im digitalen Zeitalter ist oft nicht das, was sie zu sein scheint: die Behauptung einer Realität, die auch außerhalb des Bildes eine Existenz hat. Vielmehr gaukeln uns die Bilder eine Wirklichkeit vor, die nur eine Wirklichkeit der Bilder ist.”

Kids ganz analog

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Hopfenranke © Lia/ KW Rudolstadt

10 Schwarzweißfilme und 10 junge Leute zwischen 13 und 19 kommen einander näher.
Die Kunstwerkstatt Rudolstadt wird Fotoatelier, Dunkelkammer und Diskussionsraum. Jeder hält einen Film in der Hand, bekommt Empfindlichkeit, Blende und Zeit erklärt. Alte Kameras werden hervorgekramt, ein Thema gesucht und los gehts.

Zum Schluss, Frage an die Akteure:
Ihr habt jetzt auf Film fotografiert. Ihn dann entwickelt und Abzüge hergestellt, Was unterscheidet eure Bilder von den normalen digitalen?

Naja, das Schwarzweiß!

Es sieht so nach Vergangenheit aus.

Es sieht irgendwie unheimlich aus.

Man muss beim Fotografieren mehr bei sich sein.

Man muss sich vorstellen, wie das Bild aussehen könnte. Man sieht es ja nicht gleich.

Es hat sowas von einer Überraschung.

Man nimmt sich viel mehr Zeit.

Heute, 17.12.2013, habe ich eine Antwort von Barbara Klemm im Tagesspiegel zum Thema “Fotografieren mit Film” gefunden:

„Und ein paar Verrückte wird es immer geben, die wie ich analog fotografieren. Man bekommt ja das Material noch, es ist nur dreimal so teuer geworden.“ Etwas bedauert sie die Fotografen, die auf den Displays jetzt immer gleich sehen, was sie gemacht haben. Das Geheimnis ist weg, der Augenblick, in dem in der Dunkelkammer aus einer beschichteten Folie, dem Negativ, ein Bild wird. Er macht glücklich, dieser Moment. Warum sollte sie auf ihn verzichten.”

http://www.berliner-zeitung.de/politik/retrospektive-barbara-klemm–endlich-mal-eine-frau-,10808018,25015444.html

Instagram – Digitale Emotion

Zwischen M. und K.
© VK/echtphoto

Während ich mir den Kopf zerbreche, ob man digitalen Bildern künstliche Polaroidemotionen beimischen darf beantwortet im aktuellen Zeitmagazin Kevin Systrom, der Erfinder von Instagram, sein Konzept der gefilterten Wirklichkeit. Auf unserem Dauerthema “Authentizität” reite ich jetzt mal nicht rum.

“Alle Bilder, die wir kennen, gehen auf die eine oder andere Art durch einen Prozess der Nachbearbeitung”, sagt Systrom. “Mit unseren digitalen Filtern gehen wir nur einen Schritt weiter.” Weiter heißt auch: weiter weg von der Wirklichkeit. Aber ist die Wirklichkeit, das Unperfekte, nicht auch schön? “Das Unperfekte kann wunderschön sein”, sagt Systrom. “In Japan sagt man ja, dass die schönsten Dinge der Welt die unperfekten sind. Wir haben mit Instagram das Unperfekte umarmt. Es geht uns gar nicht darum, alle Farben akkurat darzustellen. Es geht um die Darstellung des Gefühls, das du in dem Moment gehabt hast, als du fotografiert hast.” Die Instagram-Nutzer erzählen ihr Leben in Bildern, die zeigen, wie sie es sehen wollen, nicht unbedingt, wie es ist.

> zum Artikel “Der Herr der Filter”

Kunst, Begehren und Pädophilie

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© Harumi Klossowski de Rola

Die Zeit Nr.50/2013

Die Bilder des Begehrens

Nun hat die Kunst ihre Pädophiliedebatte:
Soll man lüsterne Fotos wie die von Balthus wirklich zeigen?
von Hanno Rautenberg

“…Bislang geht in der Debatte um die Maler und den Kindesmissbrauch vieles durcheinander, das man nach Kräften auseinanderhalten sollte. Erstens die Frage: Was darf der Künstler? Er darf alles denken, alles zeigen, solange es allein auf seine Fantasie zurückgeht. Zweite Frage: Was passiert, wenn er zum Verbrecher wird? Wenn er nicht nur im Raum der Kunst, sondern auch in der Wirklichkeit die geltenden Gesetze und Regeln verletzt? Dann muss er sich vor Gericht verantworten. Drittens: Was bedeutet das für seine Kunst? Erst einmal gar nichts, denn die Bilder sind ja immer noch dieselben. Sie dürfen weiterhin das Recht auf Kunstfreiheit beanspruchen. Wie aber werden sie – viertens – nun angesehen? Wenn ein Künstler die Motive seiner Kunst nicht klar abgrenzt von seinen Taten in der Realwelt, kann er kaum vom Publikum erwarten, das eine vom anderen zu trennen…”

> zum Artikel

Knüpft für mich an den Essay von Karin Pelzer “Wahrheit und Inszenierung…” an

Was darf Kunst?
Wieso schockiert eine Fotografie mehr als ein Gemälde?
Unterschiedlicher Wirklichkeitsbezug?
Privatheit und Entblößung

Wiederfinden

Dezember

“Es gibt Seiten und Bilder, angesichts derer wir auf den natürlichen Gedanken gebracht werden, das wir ihr Schöpfer hätten sein können, oder dass wir es zumindest gern gewesen wären.”

Marc Augé: Die Formen des Vergessens

Die Formen des Vergessens

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Vergessen und Erinnern bedingen einander. Augé unterscheidet im Verlauf der Geschichte und im Leben des Individuums drei Formen des Vergessens. Davon ausgehend zeigt er, welche Möglichkeiten der Gegenwärtigkeit im Vergessen liegen,.. (Verlagstext)
Gerade im Deutschlandradio eine Rezension über “Die Formen des Vergessens” gehört. Leider ist die Kritik von Frau von Schirach noch nicht als Text im Netz verfügbar. (also selber lesen, das Buch meine ich)
Vergessen und Erinnern sind wesentliche Antriebe/ Bestandteile u.a. für Fotografie.
Darum diese Blognotiz
[Jetzt, 14:30 Uhr, ist  im Netz was aufgetaucht]

Marc Augé: “Die Formen des Vergessens”

Von Ariadne von Schirach


Wir müssen vergessen, um gegenwärtig zu bleiben

Doch welche Formen des Vergessens gibt es? Zum einen nennt Augé die Rückkehr beziehungsweise Wiederkehr. „Ihr Anliegen ist es, eine verlorene Vergangenheit wiederzufinden, indem die Gegenwart und die unmittelbare Vergangenheit vergessen, und eine Kontinuität zur älteren Vergangenheit hergestellt wird.“ Diese „Suche nach der verlorenen Zeit“ ist immer auch die Suche nach dem früheren Ich.

Die zweite Form nennt er „Schwebezustand“, ein Moment radikaler Gegenwärtigkeit, in dem sowohl Vergangenheit als auch Zukunft für einen Moment aufgehoben sind – wie im Flow oder in der Liebe. Und es gibt den Neubeginn – sein „Anliegen ist es, die Zukunft wiederzufinden, indem die Vergangenheit vergessen wird“. Allen Formen gemein ist ein selektiver Umgang mit der Zeit. Dieser dient zugleich dazu, dem Dasein Gestalt und Bedeutung zu verleihen. Wie kann man zur Kindheit zurückkehren ohne Abkehr vom Jetzt? Wie sich hingeben ohne Distanz zu allem, was nicht dieser Augenblick ist? Wie einen Schlussstrich ziehen und neu beginnen, wenn alles gespeichert bleibt?

Nach Augé erweitert das Vergessen das Leben um das, was gewesen ist und zugleich um den Genuss der Gegenwart. Doch vor allem liegt in ihm die Möglichkeit eines neuen Anfangs – ob als Jawort, Initiationsritus oder Vergebung. Wir müssen vergessen, sagt der Autor dieses wunderbaren Büchleins, „um weder das Gedächtnis noch die Neugier zu verlieren. (…) Man muss vergessen, um anwesend zu bleiben, vergessen, um nicht zu sterben, vergessen, um treu zu sein“.

http://www.deutschlandradiokultur.de/anthropologie-warum-wir-vergessen-muessen.950.de.html?dram:article_id=271412

Geputzte Schuhe

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Geputzte Schuhe

Draußen stürmt und regnet es.
Darum zum Nikolaus dieses Sehnsuchtsbild.
Instant Memory’s.

Lieben Gruß
VK